Ankern und Festmachen in Kroatien 2026
0 (0)

Wer in Kroatien ankert oder sein Boot mit Landleinen an der Küste befestigt, muss seit 2026 neue Vorgaben beachten. Wir erklären die 70-Meter-Regel, die wichtigsten Ankerverbote und wie Du einen sicheren Ankerplatz auswählst Bitte beachte aber immer die örtlichen Gegebenheite sowie die Wetterprognosen – eine Garantie für einen sicheren Ankerplatz gibt es nie – minimiere aber das Risiko, soweit es geht!

Kroatien bietet unzählige Buchten, Inseln und geschützte Ankerplätze. Für viele Bootsfahrer gehört eine ruhige Nacht vor Anker zu den schönsten Erlebnissen eines Törns. Doch nicht jede Bucht darf uneingeschränkt genutzt werden. Außerdem gelten beim freien Ankern, beim Festmachen mit Landleinen und in Bojenfeldern unterschiedliche Regeln.

Besonders wichtig ist die seit April 2026 geltende Änderung für Boote, die mit einem Anker und zusätzlichen Leinen an Land befestigt werden. Gleichzeitig werden Ankerplätze während der Saison regelmäßig kontrolliert. Wer die Abstände kennt, seine Seekarten prüft und das Wetter im Auge behält, kann unnötige Risiken und mögliche Bußgelder vermeiden.

Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Regeln und die praktische Vorgehensweise beim Ankern und Festmachen in Kroatien zusammen.

Rechtsstand: August 2026.

Örtliche Anordnungen, Bekanntmachungen der Hafenämter sowie Vorschriften von Nationalparks und Schutzgebieten können zusätzliche Einschränkungen enthalten. Maßgeblich sind die amtlichen kroatischen Vorschriften und die aktuellen nautischen Veröffentlichungen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Ankern und Festmachen?

Beim freien Ankern wird das Boot ausschließlich durch den Anker und die Ankerkette beziehungsweise Ankerleine gehalten. Das Boot kann sich je nach Wind und Strömung innerhalb seines Schwojkreises um den Anker drehen.

Beim Festmachen mit Landleinen wird zusätzlich zum Anker mindestens eine Leine an Land ausgebracht. In Kroatien wird häufig der Buganker gesetzt und das Heck anschließend mit einer oder zwei Landleinen gesichert. Das Boot liegt dadurch ruhiger und benötigt weniger seitlichen Raum. Allerdings entstehen lange Leinen im Wasser, die andere Boote gefährden oder deren Durchfahrt behindern können.

Daneben gibt es das Festmachen an einer Mooring oder Boje. Hier wird kein eigener Anker ausgebracht. Das Boot wird an einem dafür vorgesehenen System befestigt, das am Meeresgrund verankert ist.

 

Die 70-Meter-Regel beim Festmachen mit Landleinen

Seit Ende April 2026 gilt in Kroatien eine geänderte Vorschrift für das Festmachen an der Küste. Danach darf ein Boot nicht so an Land befestigt werden, dass der maßgebliche Abstand 70 Meter oder mehr beträgt.

Entscheidend ist der Abstand zwischen der Küste und dem Punkt, an dem die Ankerkette oder Ankerleine in das Wasser eintaucht. Nicht maßgeblich ist die Position des Ankers auf dem Meeresgrund. Die frühere Grenze von 50 Metern wurde auf 70 Meter erweitert.

Die Regel betrifft vor allem das in kroatischen Buchten verbreitete Manöver mit Buganker und Landleinen. Sie ist nicht mit dem Schwojkreis eines frei vor Anker liegenden Bootes zu verwechseln.

70meter ankerregel grafik

Im kroatischen Original steht die 70‑Meter-Regel nicht als vollständig neu formulierter Absatz, sondern als Änderung von Artikel 53 Absatz 7.

Artikel 6 der Änderungsverordnung NN 40/2026:

„U članku 53. stavku 7., riječi: »50 ili više metara.« zamjenjuju se riječima: »70 ili više metara, pri čemu se dužina ispuštenog sidrenog lanca/užeta…“

Der amtliche Satz wird anschließend so fortgeführt: Gemessen wird vom äußersten Punkt des Bugs beziehungsweise Hecks bis zu dem Punkt auf der Wasseroberfläche, an dem Kette oder Leine ins Meer eintritt.

Den vollständigen kroatischen Originalwortlaut findest du hier unter Članak 6.: Narodne novine NN 40/2026 – amtliche Änderungsverordnung.

Praktische Konsequenzen für Skipper

  • Vor dem Manöver muss abgeschätzt werden, ob Boot, Kette und Landleinen innerhalb des zulässigen Bereichs liegen können.
  • Anker und Landleinen dürfen keine Durchfahrt versperren oder Durchgänge an Land blockieren.
  • Die Leinen und Ankerketten müssen angemessen erkennbar sein.
  • Andere Boote müssen ausreichend Platz zum Manövrieren behalten.
  • Das Festmachen darf die Vegetation an der Küste nicht beschädigen. Alle Gegenstände an Land, die nichtausdrücklich für das Festmachen vorgesehen sind, dürfen nicht zum Festmachen benutzt werden. Dies gilt vor allem für natürliche Gegebeneheiten wie Baumbestand, Felsen, usw.

Gerade in steil abfallenden Buchten bleibt eine sorgfältige Planung wichtig. Mehr erlaubter Raum bedeutet nicht automatisch, dass weniger Ankerkette gesteckt werden kann. Die Kettenlänge muss weiterhin zur Wassertiefe (emfohlen: Kettenlänge mindestens 3-fach zur Wassertiefe), zum Untergrund, zum Wetter und zum Boot passen.

 

Wo ist das Ankern in Kroatien verboten?

Die kroatische Verordnung nennt mehrere Bereiche, in denen nicht geankert werden darf. Dazu gehören:

  1. Gebiete, die in amtlichen Seekarten oder nautischen Veröffentlichungen als Ankerverbotszone gekennzeichnet sind.

  2. Gebiete, in denen das zuständige Hafenamt das Ankern verboten oder eingeschränkt hat.

  3. Bereiche über Unterwasserkabeln, Rohrleitungen oder Auslässen, wenn das Boot innerhalb seines Schwojkreises darüber geraten könnte. Hier sind mindestens 150 Meter Abstand zu halten!

  4. Bereiche, in denen der Schwojkreis weniger als 50 Meter Abstand zur Begrenzung eines ausgewiesenen, abgesperrten Badebereichs hält.

  5. Bereiche, die weniger als 150 Meter von der Küste eines ausgewiesenen Naturbadebereichs entfernt liegen.

Beim Festmachen an Land gelten zusätzliche Verbote: Es darf weder im Wasserbereich eines ausgewiesenen Badeplatzes noch an Stellen festgemacht werden, an denen Kabel, Rohrleitungen oder Auslässe ins Meer führen.

Auch Hafenämter können zeitlich oder örtlich begrenzte Ankerverbote erlassen. Deshalb genügt es nicht, sich ausschließlich auf eine ältere Papierseekarte oder eine einzelne Navigations-App zu verlassen. Aktuelle Seekarten, nautische Bekanntmachungen und Hinweise vor Ort gehören zur Törnvorbereitung.

ankerverbote ankerregeln kroatische küste

Abstände zu Badebereichen

Bei Badebereichen muss zwischen der Fahrt zum Ankerplatz und dem späteren Schwojkreis unterschieden werden.

Für das Ankern gilt: Der gesamte Schwojkreis des Bootes muss mindestens 50 Meter von der Begrenzung eines abgegrenzten Badebereichs entfernt bleiben. Zu einem ausgewiesenen Naturbadebereich ist ein Abstand von mindestens 150 Metern von der Küste einzuhalten.

Bei der Fahrt gelten abhängig von der Bootslänge ebenfalls Mindestabstände zur Begrenzung eines eingerichteten Badebereichs:

Länge des WasserfahrzeugsMindestabstand zur Begrenzung des Badebereichs
unter 15 Meter50 Meter
15 bis unter 30 Meter100 Meter
ab 30 Meter300 Meter

Beim Anlaufen oder Verlassen eines zulässigen Ankerplatzes ist besonders langsam und aufmerksam zu fahren. Innerhalb von 150m bzw. 300 Metern zur Küste, in engen Fahrwassern sowie im Bereich von Hafen- und Ankerplatzzufahrten gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 5 Knoten bzw. 8 Knoten (150m – 300m), sofern örtlich keine niedrigere Grenze vorgeschrieben ist. Wellenschlag ist in jedem Fall zu vermeiden.

Darf man außerhalb eines Bojenfeldes frei ankern?

Grundsätzlich ist freies Ankern möglich, wenn das Gebiet nicht gesperrt oder anderweitig eingeschränkt ist und alle vorgeschriebenen Abstände (150 Meter vom offiziellen Gebiet des Bojenfeldes) eingehalten werden. In und neben bewirtschafteten Bojenfeldern können jedoch besondere Regeln gelten. Auch Nationalparks, Naturparks und andere Schutzgebiete können das freie Ankern einschränken oder nur ausgewiesene Bojen und Liegeplätze zulassen.

Vor dem Ankern sollten Skipper deshalb prüfen:

  • Ist in der Seekarte ein Ankerverbot eingetragen?

  • Gibt es ein bewirtschaftetes Bojenfeld oder eine Konzessionsfläche?

  • Gehört die Bucht zu einem Nationalpark oder Schutzgebiet?

  • Sind Badezonen, Kabel, Rohrleitungen oder andere Hindernisse vorhanden?

  • Gibt es aktuelle örtliche Bekanntmachungen?

Im Zweifel sollte beim zuständigen Hafenamt oder beim Betreiber des Bojenfeldes nachgefragt werden.

Im (See-)Notfall (wenn z.B. aufgrund eines heraufziehenden Unwetters keine andere sichere Möglichkeit des Abwetterns besteht) darf auch in einem Bojenfeld geankert werden – sofern ein sicheres Ankern und Schwojen möglich ist. Der Betreiber des Bojenfeldes hat aber das Recht, den angegebenen Preis, der auch bei der Nutzung einer Boje anfallen würde, zu kassieren

 

Den richtigen Ankerplatz auswählen

Ein erlaubter Ankerplatz ist nicht automatisch ein sicherer Ankerplatz. Entscheidend sind Untergrund, Wassertiefe, Windrichtung, Wellen und der verfügbare Schwojraum.

Ankergrund prüfen

Auf Sand oder festem Schlamm halten viele gängige Ankertypen zuverlässig. Felsplatten, Geröll und stark bewachsener Grund (z.B. durch Seegras) können dagegen problematisch sein. Der Anker kann über den Grund rutschen oder sich so verhaken, dass er später kaum geborgen werden kann. Seegraswiesen sollten möglichst nicht als Ankergrund genutzt werden. Der Anker hält dort häufig schlechter und kann wertvolle Posidonia-Bestände beschädigen. Suchen Sie, sofern erlaubt und sicher erreichbar, nach hellen Sandflächen zwischen den dunkleren Seegrasfeldern.

Wind und Wellen berücksichtigen

Eine Bucht kann bei Maestral angenehm geschützt sein und wenige Stunden später bei Bora oder Jugo unruhig oder gefährlich werden. Prüfen Sie daher nicht nur die aktuelle Windrichtung, sondern auch die Vorhersage für die gesamte geplante Liegezeit. Besondere Vorsicht ist an der kroatischen Küste bei Fallböen geboten. Hinter Bergen und Inselrücken können Böen deutlich stärker ausfallen als in der allgemeinen Wettervorhersage angegeben. Der amtliche kroatische Seewetterbericht sollte deshalb Bestandteil jeder Tagesplanung sein. Ab 2027 (Mai – Oktober) werden wir Euch hier auch alle 3 Tage einen detaillierten Wetterbericht für Eure Planung zur Verfügung stellen.

Schwojkreis berechnen

Ein frei ankerndes Boot bewegt sich um den Anker. Der benötigte Platz hängt von der gesteckten Kettenlänge, der Bootslänge und den Bewegungen der Nachbarboote ab. Auch bei einer Winddrehung darf das Boot weder die Küste noch andere Boote, Bojen oder Gefahrenstellen erreichen.

Als grobe Faustregel werden bei ruhigem Wetter häufig mindestens drei- bis fünfmal Wassertiefe an Kette beziehungsweise einer geeigneten Kombination aus Kette und Leine empfohlen. Bei stärkerem Wind oder unsicherem Untergrund kann deutlich mehr erforderlich sein. Zur Wassertiefe muss dabei die Höhe des Bugbeschlags über der Wasseroberfläche hinzugerechnet werden. Die konkrete Länge richtet sich stets nach Boot, Anker, Untergrund und Wetter.

Richtig ankern: Schritt für Schritt

  1. Bucht langsam erkunden: Wassertiefe, Hindernisse, Badebereiche und andere Boote beobachten.

  2. Untergrund kontrollieren: Seekarte, Echolot und Sicht ins Wasser nutzen.

  3. Wind und Ausweichraum prüfen: Auch eine mögliche Winddrehung berücksichtigen.

  4. Ankerplatz gegen den Wind anlaufen: Das Boot kontrolliert zum vorgesehenen Abwurfpunkt bringen.

  5. Anker ablassen: Den Anker kontrolliert zum Grund führen, nicht ungebremst fallen lassen.

  6. Kette strecken: Langsam rückwärts fahren oder das Boot vom Wind zurücksetzen lassen.

  7. Anker einfahren: Mit angemessener Motorkraft prüfen, ob der Anker zuverlässig hält.

  8. Position kontrollieren: Peilpunkte an Land, Plotter und Ankeralarm verwenden.

  9. Nachbarn beobachten: Prüfen, ob alle Boote ähnlich schwojen und ausreichend Abstand besteht.

Ein gesetzter Anker sollte nicht nur über das Gewicht der Kette „irgendwie“ halten. Erst wenn sich die Peilung nicht mehr verändert und Dein Boot auch bei vorsichtig erhöhter Rückwärtsfahrt stabil bleibt, ist von einem belastbaren Sitz auszugehen.

ankern regeln kroatien ab 2026

Festmachen an Boje oder Mooring

Eine Boje ist bequem, entbindet den Skipper aber nicht von der Kontrolle. Vor allem bei unbekannten oder privaten Moorings sollte geprüft werden, ob Leinen, Schäkel und Beschläge einen vertrauenswürdigen Eindruck machen. Eigene Bojen setzen ist übrigens verboten!

Beim Anlegen gilt:

  • Langsam gegen den Wind an die Boje heranfahren.

  • Crew und Bootshaken rechtzeitig vorbereiten.

  • Die vorgesehene Aufnahme- oder Mooringleine verwenden.

  • Nicht ausschließlich an einer dünnen Hilfs- oder Aufnahmeleine festmachen. Immer unterhalb der schwimmenden Boje an deren Befestigung festmachen

  • Scheuerstellen vermeiden und Leinen regelmäßig kontrollieren.

  • Betreiber, Gebühren und Zahlungsbeleg dokumentieren. Quittung ausstellen lassen, mitnehmen und aufheben!

  • Ausreichend Abstand zu Nachbarbooten berücksichtigen.

Bei Starkwind sollte auch eine Boje nicht ungeprüft als sicher betrachtet werden. Wenn Zustand oder Dimensionierung zweifelhaft sind, ist ein anderer Liegeplatz die bessere Entscheidung.

Ankern über Nacht

Vor einer Nacht vor Anker sollte die Sicherheitsmarge größer sein als bei einem kurzen Badestopp. Prüfe insbesondere:

  • Wetterentwicklung und mögliche Winddrehungen,

  • ausreichenden Schwojraum,

  • Halt des Ankers,

  • Ladezustand von Batterien und Navigationsgeräten,

  • Funktion des Ankerlichts,

  • eingestellten Ankeralarm,

  • Möglichkeit, den Ankerplatz bei Dunkelheit zu verlassen.

Bei unsicherer Wetterlage, schlechtem Ankergrund oder einer überfüllten Bucht ist eine Marina oder geprüfte Mooring häufig die sicherere Alternative.

Was tun, wenn der Anker nicht hält?

Wenn der Anker slippt, muss frühzeitig gehandelt werden. Motor starten, Crew informieren und kontrollieren, ob hinter dem Boot ausreichend Raum vorhanden ist. Danach wird der Anker aufgenommen und neu gesetzt oder ein anderer Platz gewählt.

Versuche nicht, einen offensichtlich schlecht haltenden Anker durch immer mehr Kette zu „retten“, wenn der verfügbare Schwojraum dafür nicht ausreicht. Bei schnell zunehmendem Wind sollte das Manöver begonnen werden, bevor die Situation kritisch wird.

Lässt sich ein verhakter Anker nicht lösen, helfen häufig ein vorsichtiger Zug aus wechselnden Richtungen oder das Überfahren der Ankerposition. Gewalt mit hoher Motorleistung kann Beschläge, Winsch oder Kette beschädigen. Bei Unterwasserkabeln, Rohrleitungen oder unbekannten Hindernissen ist professionelle Hilfe erforderlich.

Kontrollen und mögliche Bußgelder

Die kroatischen Hafenbehörden (Kapetanija, Policija oder Carina) können Anker- und Liegeplätze kontrollieren. Neben den Abständen und örtlichen Ankerverboten können dabei auch Bootspapiere, Versicherungsnachweis, Führerschein, Sicherheitsausrüstung und die vorgeschriebenen Gebühren (Permit, Kurtaxe für Nautiker) geprüft werden.

Die Höhe eines möglichen Bußgelds hängt vom konkreten Verstoß und den Umständen ab. Verlasse Dich deshalb nicht auf pauschale Beträge aus Forenbeiträgen oder Social Media. Entscheidend ist, die geltenden Regeln einzuhalten und aktuelle Borddokumente griffbereit zu haben.

Informationen zur Anmeldung Ihres eigenen Bootes finden Sie in unserem Beitrag zur Online-Bootsanmeldung für Kroatien.

 

Checkliste vor dem Ankern

  • Aktuelle Seekarte und örtliche Bekanntmachungen geprüft?

  • Ankern an dieser Stelle erlaubt?

  • Badebereich, Kabel, Rohrleitungen oder Schutzgebiet ausgeschlossen?

  • Wetter für die gesamte Liegezeit geprüft?

  • Wassertiefe und Ankergrund geeignet?

  • Genügend Schwojraum vorhanden?

  • Ausreichend Kette oder Leine vorbereitet?

  • Anker eingefahren und Halt kontrolliert?

  • Ankeralarm und Ankerlicht aktiviert?

  • Bei Landleinen: 70-Meter-Regel und freie Durchfahrt beachtet?

Häufige Fragen

Gilt die 70-Meter-Regel auch beim freien Ankern?

Die besondere 70-Meter-Regel betrifft das Festmachen an der Küste, insbesondere mit Buganker und Landleinen. Beim freien Ankern sind stattdessen der vollständige Schwojkreis, örtliche Verbote sowie die Abstände zu Badebereichen und anderen Gefahren maßgeblich.

Wird bis zum Anker auf dem Meeresgrund gemessen?

Nein. Bei der 70-Meter-Regel ist nicht die Lage des Ankers auf dem Meeresgrund entscheidend, sondern der Punkt, an dem Ankerkette oder Ankerleine in das Wasser eintaucht.

Darf ich mein Boot an einem Baum festmachen?

Das Festmachen darf die Vegetation an der Küste nicht beschädigen. Bäume und Sträucher sollten daher nicht als Befestigungspunkte verwendet werden, wenn Schäden nicht sicher ausgeschlossen werden können. Nutzen Sie dafür vorgesehene oder eindeutig geeignete und zulässige Befestigungspunkte.

Darf ich in Nationalparks frei ankern?

Das hängt vom jeweiligen Schutzgebiet und der ausgewiesenen Zone ab. In Nationalparks und Naturparks können besondere Ankerverbote, Bojenpflichten und Gebühren gelten. Prüfen Sie die aktuellen Parkregeln vor dem Einlaufen.

Wie erkenne ich einen schlechten Ankergrund?

Stark bewachsener Grund, glatte Felsplatten und loses Geröll bieten häufig schlechten Halt. Hinweise liefern Seekarte, Echolot, klares Wasser und die Beobachtung, ob der Anker beim Einfahren zuverlässig hält.

Quellen und weiterführende Informationen

Kroatische Verordnung zur Sicherheit der Seeschifffahrt, NN 52/2025 – insbesondere Artikel 45, 49, 50 und 53
Änderungsverordnung NN 40/2026 – insbesondere Artikel 3, 6 und 14/ Stand 08/2026

Amtlicher kroatischer Seewetterbericht

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder die Prüfung aktueller amtlicher Seekarten, nautischer Veröffentlichungen und örtlicher Anordnungen.

© Sailprofessionals / Kornati Services d.o.o

Das sagen unsere Leser
Bewertung abgeben:
[Total: 0 Average: 0]